Heutzutage können sehr viele Tätigkeiten ortsunabhängig erledigt und die Ergebnisse der Arbeit problemlos über das Internet übermittelt werden. Genau diese Entwicklung hat dazu geführt, dass das Geschäftsmodell der virtuellen Assistenz entstanden ist, eine moderne Form der Dienstleistung, die maximale Flexibilität ermöglicht.
Virtuelle Assistenz: Ein Modell mit Geschichte
In den USA ist die Inanspruchnahme virtueller Assistent:innen schon seit vielen Jahren völlig normal. In Deutschland, Österreich und der Schweiz hingegen gewann dieses Modell erst deutlich später an Bekanntheit. Einen großen Anteil daran hatte das Erscheinen der deutschen Ausgabe des Buches Die 4-Stunden-Woche: Mehr Zeit, mehr Geld, mehr Leben von Timothy Ferriss.
In diesem Buch beschreibt Ferriss unter anderem sehr anschaulich, wie man durch das Auslagern von Tätigkeiten an virtuelle Assistent:innen enorme Zeitersparnisse erzielen kann. Besonders unterhaltsam und praxisnah behandelt er dieses Thema in „Schritt 3: A wie Automation“, unter der Überschrift „Das Leben outsourcen: Wie Sie sich den Rest vom Hals schaffen“ (Seite 141 ff.).
Tipp: Das Buch Die 4-Stunden-Woche: Mehr Zeit, mehr Geld, mehr Leben* vonTimothy Ferriss ist übrigens sehr lesenswert!
Internationale Unterschiede und eine große Chance
Englischsprachige Auftraggeber:innen können Aufgaben häufig an Assistent:innen in Ländern wie Indien zu sehr niedrigen Preisen vergeben. Für Kund:innen, die Arbeitsergebnisse auf Deutsch benötigen, ist das jedoch deutlich schwieriger, deshalb greifen sie in der Regel auf Anbieter:innen im eigenen Sprachraum zurück.
Tipp: Du kannst diesen Umstand auch umgekehrt für dich nutzen. In vielen Ländern sind die Lebenshaltungskosten deutlich niedriger als im deutschsprachigen Raum. Wenn du dort lebst und virtuelle Assistenz für Kund:innen aus wohlhabenderen Ländern zu den dort üblichen Preisen anbietest, kann sich das finanziell sehr lohnen.
Natürlich ist es wichtig, sich vorab genau zu informieren, sowohl über Einwanderungsbestimmungen als auch über die Voraussetzungen für eine Existenzgründung im jeweiligen Land. Wer als digitaler Nomade unterwegs arbeitet, seinen Hauptwohnsitz aber weiterhin in Deutschland hat, unterliegt wiederum anderen rechtlichen Regelungen.
Welche Aufgaben kannst du übernehmen?
Die Bandbreite an möglichen Aufgaben ist enorm, typische Tätigkeiten sind zum Beispiel:
- Korrespondenz
- Termin- und Reiseplanung
- Erstellung von Präsentationen und Vorlagen
- Datenbankpflege
- Datenerfassung und Datenverarbeitung
- Schreib- und Formatierungsarbeiten
- Content-Erstellung
- Korrekturlesen
- Recherche
- Erstellung und Pflege von Webseiten
- Social-Media-Marketing
- Organisation von Freizeitaktivitäten
- und vieles, vieles mehr
Wie vielseitig dieses Berufsbild ist, zeigt auch ein Beispiel aus Ferriss’ Buch: Seine indische Assistentin Venky von YourManInIndia.com schildert dort, welche unterschiedlichen Aufträge übernommen werden, darunter auch viele Spezialaufgaben. Als einziges Ausschlusskriterium nennt sie: „Was können wir nicht tun? Wir können nichts tun, was unsere physische Präsenz erfordern würde, aber Sie werden sich wundern, wie wenige Aufgaben das in unserer heutigen Zeit noch sind.“ (ebenda, S. 156)
Letztlich hängt es vor allem von deinen Qualifikationen, Erfahrungen und persönlichen Wünschen ab, welche Tätigkeiten du konkret anbieten möchtest.
Das Kompetenzprofil
Auf den Webseiten größerer Anbieter:innen werden häufig folgende Voraussetzungen genannt:
- Zuverlässigkeit
- eigenverantwortliches Arbeiten
- gute Erreichbarkeit
- sehr gute PC-Kenntnisse
- technisches Verständnis
- sehr gute MS-Office-Kenntnisse
- perfektes Deutsch
- gute Englischkenntnisse
- Internetaffinität
- Social-Media-Kenntnisse
- kaufmännische Ausbildung
Nicht alles davon ist zwingend erforderlich, entscheidend ist, womit du dich sicher fühlst und welchen Service du anbieten möchtest.
Was du für den Start benötigst
Der technische Aufwand ist überschaubar. In der Regel reichen:
- ein PC oder Laptop
- eine schnelle Internetverbindung
- die passende Software, z. B.
- Textverarbeitungsprogramme
- Transkriptionssoftware
- FTP-Programme
- Skype
- TeamViewer
Ein nennenswertes Startkapital ist meist nicht erforderlich, besonders dann nicht, wenn du zunächst im Nebenerwerb startest und nicht sofort deinen gesamten Lebensunterhalt damit bestreiten musst.
Zuhause oder unterwegs arbeiten
Viele Aufgaben lassen sich problemlos auch mit mobilen Geräten erledigen. Dadurch eignet sich die Tätigkeit als virtuelle Assistenz hervorragend für Menschen, die ortsunabhängig arbeiten möchten, etwa als digitale Nomaden.
Woher bekommst du Aufträge?
Gerade am Anfang fällt es vielen Selbstständigen schwer, ausreichend Aufträge zu finden. Eine gute Möglichkeit ist es, zunächst für bestehende Unternehmen zu arbeiten, bis du dir nach und nach eine eigene Stammkundschaft aufgebaut hast.
Größere Anbieter:innen im Bereich virtuelle Assistenz sind zum Beispiel:
- my-vpa.com
- strandschicht.de
- virtuelle-helfer.de
Portale für virtuelle Assistenz
Zusätzlich gibt es spezielle Onlineportale, über die Aufträge vergeben werden. Das bekannteste ist fernarbeit.net. Nach Aufnahme in die Community kannst du dich dort auf Jobangebote bewerben oder ein eigenes Profil einstellen und direkt von Auftraggeber:innen kontaktiert werden. Der Service kostet aktuell 19 Euro monatlich.
Tipp: Dort kannst du dir auch den sehr günstigen Onlinekurs Als Virtueller Assistent von überall arbeiten* sichern. Er vermittelt alles, was du für den Start und den erfolgreichen Aufbau deines Business wissen musst. Zusätzlich erhältst du eine garantierte und vergünstigte Mitgliedschaft bei Fernarbeit sowie Support.
Facebook-Gruppen
Auch Facebook-Gruppen sind eine gute Anlaufstelle für die Auftragssuche, zum Beispiel:
- Virtuelle Assistenz suchen und finden
- Virtuelle Assistenten – Arbeiten von zu Hause aus
- Jobs Digitale Nomaden + Freiberufler (Virtueller Assistent, Texter, etc.)
- Job Area für VAs, Freelancer & Auftraggeber – Suchen und Finden
Mit einer gezielten Suche findest du dort noch viele weitere passende Gruppen.
Wo du dich weiter informieren kannst
Wenn dich das Thema anspricht, gib einfach Begriffe wie „virtuelle Assistenz“ oder „virtuelle Assistentin“ bei YouTube ein. Du findest dort zahlreiche Videos mit Informationen, Erfahrungsberichten und wertvollen Einblicken aus der Praxis.
Fazit: Virtuelle Assistenz als Chance für mehr Freiheit
Das Geschäftsmodell der virtuellen Assistenz bietet dir die Möglichkeit, flexibel, und ortsunabhängig arbeiten. Ob von zu Hause aus oder unterwegs, ob im Neben- oder Haupterwerb, du kannst dein Angebot Schritt für Schritt aufbauen und an deine Lebenssituation anpassen. Wenn du bereit bist, Verantwortung zu übernehmen, selbstständig zu arbeiten und deine Fähigkeiten sinnvoll einzusetzen, kann virtuelle Assistenz der erste Schritt in ein freieres, selbstbestimmteres Berufsleben sein.
Tipp: Die Tätigkeit als digitale Assistenz für lokale Unternehmen ist der virtuellen Assistenz sehr ähnlich, hat aber einen etwas anderen Fokus, du unterstützt vor allem lokale Betriebe bei ihren digitalen Aufgaben, mehr darüber erfährst du in diesem Blogbeitrag.
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