Viele Menschen möchten auch im Rentenbezug aktiv bleiben, sich etwas dazuverdienen oder finanziell besser aufgestellt sein. Gleichzeitig herrscht oft Unsicherheit darüber, was erlaubt ist, welche Grenzen gelten und ob sich ein Hinzuverdienst überhaupt lohnt. Genau deshalb findest du hier einen kompakten Überblick über die wichtigsten Regelungen rund um Rente und Zuverdienst.
Die Informationen wurden sorgfältig recherchiert, stellen jedoch keine Rechts- oder Steuerberatung dar und ersetzen diese auch nicht. Da es immer auf den Einzelfall ankommt, solltest du dich unbedingt bei der Deutschen Rentenversicherung beraten lassen, welche Regelungen konkret für dich gelten.
Altersrente, seit 2023 keine Hinzuverdienstgrenze mehr
Zum 1. Januar 2023 wurde die Hinzuverdienstgrenze für vorgezogene Altersrenten aufgehoben. Das bedeutet, dass sämtliche Altersrenten seitdem unabhängig von der Höhe des Hinzuverdienstes in voller Höhe bezogen werden können. Wer neben der Rente arbeitet, darf also grundsätzlich unbegrenzt hinzuverdienen. Zu beachten ist jedoch, dass zusätzliche Einnahmen unter Umständen versteuert werden müssen.
Aktivrente, bis zu 2.000 Euro steuerfrei möglich
Seit Januar 2026 gibt es allerdings durch die Einführung der Aktivrente eine wichtige Verbesserung. Einnahmen aus angestellten, sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen nach Erreichen der Regelaltersgrenze sind bis zu einem Freibetrag von 2.000 Euro steuerfrei. Das kann für viele Rentner:innen eine attraktive Möglichkeit sein, das Einkommen zusätzlich aufzubessern. Zu beachten ist hierbei allerdings, dass dieser Freibetrag leider nicht für Einnahmen aus selbstständigen Tätigkeiten gilt.
Erwerbsminderungsrente, diese Grenzen gelten
Bei Renten wegen voller Erwerbsminderung liegt die Hinzuverdienstgrenze derzeit bei 20.763,75 Euro jährlich. Bei Renten wegen teilweiser Erwerbsminderung liegt die Grenze aktuell bei 41.527,50 Euro jährlich. Abhängig vom Arbeitseinkommen in den letzten 15 Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung kann im Einzelfall auch eine höhere individuelle Grenze gelten.
Wichtig ist außerdem, dass die Aufnahme einer Beschäftigung dem Rentenversicherungsträger mitgeteilt werden muss. Dort wird geprüft, ob die Anspruchsvoraussetzungen weiterhin bestehen. Je nach Höhe des Verdienstes kann die Erwerbsminderungsrente dann in voller Höhe, teilweise oder gar nicht mehr gezahlt werden. Zusätzlich muss beachtet werden, dass die Tätigkeit nur im Rahmen des festgestellten Leistungsvermögens ausgeübt wird.
Witwen- oder Witwerrente, so funktioniert die Einkommensanrechnung
Für Bezieher einer Witwen- oder Witwerrente liegt der Freibetrag für die Einkommensanrechnung der Nettoeinkünfte bis zum 30. Juni 2026 bei 1.076,86 Euro monatlich. Für jedes waisenrentenberechtigte Kind erhöht sich dieser Freibetrag um 228,42 Euro monatlich. Werden diese Freibeträge überschritten, werden 40 Prozent des darüberliegenden Betrages von der Rente abgezogen.
Wichtig zu wissen ist außerdem, dass in den ersten drei Monaten nach dem Tod des Ehepartners oder der Ehepartnerin die Witwen- oder Witwerrente in der Regel ungekürzt gezahlt wird.
Tipp: Der Kurs Lifehack bei der Einkommensanrechnung* zeigt dir, wie du eine kaum bekannte, aber legale Möglichkeit nutzt, damit von deiner Witwen- oder Witwerrente deutlich mehr Geld bei dir bleibt.
Informiere dich bei der Deutschen Rentenversicherung
Ausführliche Informationen findest du auf der Website der Deutschen Rentenversicherung. Dort kannst du dir kostenlos Broschüren zu diesem Thema bestellen oder herunterladen. Außerdem gibt es dort unter der Telefonnummer 0800-10004800 ein kostenloses Servicetelefon. Dort erhältst du Informationen rund um Rente, Reha, Altersvorsorge, Hinzuverdienst und persönliche Fragen zu deinem Fall.
Wichtig: Die Regelungen rund um Rente und Hinzuverdienst sind oft komplex und hängen stark von deiner individuellen Situation ab. Deshalb solltest du dich vor Aufnahme einer Tätigkeit unbedingt beraten lassen, damit dir keine finanziellen Nachteile entstehen.
Gut informiert das Beste herausholen
Auch im Rentenalter gibt es sehr viele Möglichkeiten, Geld zu verdienen und finanziell entspannter zu leben. Entscheidend ist, die geltenden Regeln zu kennen und Chancen bewusst zu nutzen. Wer sich informiert und rechtzeitig beraten lässt, kann unnötige Nachteile vermeiden und oft deutlich mehr für sich herausholen. Manchmal macht genau das richtige Wissen den entscheidenden Unterschied.
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In dem Blogbeitrag Wenn die Rente nicht reicht erfährst du viel über Stiftungen, Vereine und Beratungsstellen, die bedürftigen Senior:innen helfen, sowie über Wohngeld und Grundsicherung im Alter.






























